
„Dafür bin ich hergekommen, um Tore zu schießen!"
N. Dobros schießt vier Tore in 45 Minuten
Ein Offensivproblem hat der FCN definitiv nicht. Die Oberliga-Partie gegen Bietigheim-Bissingen ausgenommen, hat der FCN zuletzt einiges für sein Torekonto getan.
Auffällig dabei: Ein Stürmer schießt dabei mindestens drei Tore. In Ilshofen war es Ernesto de Santis, der beim 6:0 dreimal traf, gegen Bruchsal (6:1) Jimmy Marton. Beide fehlten am Samstag gegen den Göppinger SV. Dafür war Nikolas Dobros zur Stelle und sorgte mit seinen vier Treffern (15., 21., 36., 45.) schon in der ersten Halbzeit für eine Vorentscheidung. Janick Schramm gelang kurz nach Wiederanpfiff (47.) das einzige Tor der Gäste.
Neben Marton (Rot-Sperre, siehe Kasten) und de Santis (verletzt) musste Nöttingens Trainer Michael Wittwer in der Offensive auch auf Mittelfeldmann Riccardo di Piazza verzichten, der seine Gelb-Rot-Sperre aus dem Spiel in Bietigheim absaß. Dafür stand Niklas Hecht-Zirpel wieder im Aufgebot. Als der Torjäger in der 63. Minute eingewechselt wurde, war die Messe aber schon gelesen.
Göppingen steht im Stau
Die Partie begann mit zehn Minuten Verspätung, da die Göppinger auf der Hinfahrt im Stau gestanden hatten. Auch die Fans der Gäste kamen mit Verspätung in der Nöttinger Kleiner Arena an und verpassten die entscheidenden Szenen der Partie. Zum Beispiel den ersten Freistoß der Nöttinger, den Dobros nur knapp über das Tor setzte (13.). Und auch den ersten Jubel von Dobros, als er wenig später von links kommend in einem Gewimmel vor dem Tor die unübersichtliche Situation zu seinem Vorteil zum 1:0 nutzte. Die Gelb-Rote Karte für Göppingens Sechser Domenic Brück verpassten die Gästefans ebenfalls. Brück sah in der 21. Minute wegen Meckerns Gelb-Rot. Zuvor hatte Gäste-Torhüter Marcel Schleicher im Strafraum Mario Bilger von den Füßen geholt. Schiedsrichter Jonas Brombacher zeigte auf den Elfmeterpunkt, was Brück so gar nicht verstehen konnte. Den Strafstoß verwandelte Dobros problemlos.
Ein paar Tore bekamen die Göppinger Fans dann aber doch noch zu sehen. Das 3:0 von Dobros, der aus zentraler Position zum Schuss kam und auch den vierten Treffer vom Mann des Tages, der diesmal über rechts seinen Angriff vortrug und wieder erfolgreich abschloss. „Dafür bin ich hergekommen, um Tore zu schießen. Ich freue mich, dass der Knoten jetzt geplatzt ist in diesem Spiel“, sagte Dobros nach der Partie.
Unsortierte FCN-Abwehr
Mit dem Halbzeitpfiff endete die Torgala des von den Kickers nach Nöttingen gewechselten Spielers. Denn in der Pause hatte Göppingens Trainer Gianni Coveli sein Team neu eingestellt. Mit Tomislav Ivezic und Janick Schramm brachte er zudem zwei neue Kräfte. Während Ivezic auf dem Platz vor Wiederanpfiff die Göppinger mit einer lautstarken Ansage auf die zweite Spielhälfte einschwor, zeigte Schramm, dass man sich noch lange nicht abgeschrieben hatte. Die Abwehr der Nöttinger war kurz nach der Pause unsortiert und das nutzte der ehemalige CfR-Spieler zum 1:4 aus Sicht der Göppinger.
Danach verbrachten alle Akteure – mit Ausnahme von FCN-Torwart Andreas Dups – viel Zeit in der Hälfte der Gäste. Die Göppinger standen nun allerdings sehr kompakt mit einer Fünfer- und einer Viererkette. Das machte es den Nöttingern schwer, vorne die Anspielpartner zu finden. „Der Gegner ist dann tief gestanden, das ist aber auch sein gutes Recht mit einem Mann weniger“, so FCN-Trainer Wittwer.
Beinahe hätte Dobros dennoch seinen fünften Treffer in dieser Partie erzielt. Doch als er in der 57. Minute erneut den Ball ins Tor bugsierte entscheidet Schiedsrichter Brombacher auf Abseits und gab den Treffer nicht. In der 60. Minute witterte Göppingen dann seine Chance – doch mehr als ein Freistoß und eine Ecke waren nicht drin, ehe es wieder in die eigene Hälfte zurückging. Dort hatte Tolga Ulusoy noch zwei dicke Chancen, verfehlte das Tor einmal knapp mit dem Kopf und fand beim zweiten Versuch in Schleicher seinen Meister.
„Die Jungs haben in der ersten Halbzeit das vorbereitet, was sie in der zweiten Halbzeit geerntet haben“, war Nöttingens Coach Wittwer nach Abpfiff mit dem 4:1 zufrieden.
Autorin: Anna Wittmershaus, Pforzheimer Zeitung vom 18.10.2021