Trainer Michael Wittwer im Interview mit der Pforzheimer Zeitung

"Wir müssen in unseren Heimspielen dominanter auftreten ..."

Die Vorbereitung auf die Saison 2010/11 läuft. Seit gut einer Woche scheucht Michael Wittwer, der neue Trainer des FCN seine Spieler über den Platz.

Im Interview mit PZ-Redakteur Dominique Jahn spricht der 43-Jährige, der von 2000 bis 2005 und in der Saison 2007 schon einmal für den FCN aktiv war, über seine ersten Eindrücke.

PZ: Herr Wittwer, seit knapp einer Woche sind Sie mit Ihrer Mannschaft im Training. Haben die Jungs in der fußballfreien Zeit ihre Hausaufgaben gemacht?
Wittwer: Von meiner Seite aus haben die Spieler ja keine Hausaufgaben bekommen, weil ich die Mannschaft erst jetzt übernommen habe. Aber die meisten Spieler sind jung und fit und wenn nicht, dann haben wir in den kommenden Wochen die Möglichkeit, das zu ändern.

PZ: Ihr Kontakt zum FCN ist in all den Jahren nicht abgebrochen. Ab und zu haben Sie ja auch hinter dem Tresen im Klubhaus ausgeschenkt. Werden Sie Ihren Spielern nach einer anstrengenden Trainingseinheit auch mal ein Bierchen zapfen?
Wittwer: Meine Hauptaufgabe ist es, die Spieler im Training zum Schwitzen zu bringen – wenn Not am Mann ist, hol’ ich dem ein oder anderen Spieler auch mal eine Cola aus dem Kühlschrank.

PZ: Wie haben Sie sich auf die Rückkehr zum FC Nöttingen vorbereitet?
Wittwer: Ich habe viele Gespräche mit Michael Fuchs und mit meinem Co-Trainer Dubravko Kolinger geführt. Dadurch, dass sich die Mannschaft wenig verändert hat, war es leicht, sich auf die neue Aufgabe vorzubereiten.

PZ: Ein Stürmer und ein Spieler für die rechte Außenbahn wurden zuletzt noch gesucht. Gibt’s was Neues?
Wittwer: Wir sind weiter in Gesprächen.

PZ: Mit Dubravko Kolinger haben Sie einen erfahrenen Spieler als Co-Trainer an Ihrer Seite. Wie ist die Aufgabenverteilung?
Wittwer: Wir kennen uns schon lange und werden uns bei der Spielbeobachtung sowie der Spielvorbereitung abstimmen. In der Vorbereitung ist er derjenige, der die Spieler durch den Wald scheucht.

PZ: Welchen Eindruck haben die Neuverpflichtungen bisher hinterlassen? Zum Beispiel Michael Cycon vom 1. FC Kieselbronn?
Wittwer: Er muss sich natürlich an die neuen Anforderungen und Belastungen – wir trainieren fast täglich – aber vor allem auch an das höhere Tempo gewöhnen. Aber da sehe ich keine Schwierigkeiten. Technik und Übersicht hat er ja.

PZ: Auf welcher Position wollen Sie ihn einbauen?
Wittwer: Eingeplant ist er auf der Sechser-Position oder im rechten Mittelfeld, falls wir mit Raute spielen.

PZ: Was kann man von den beiden Nachwuchstalenten Holger Fuchs von den KSC-Junioren und Marco Heidecker aus der eigenen Jugend erwarten?
Wittwer: Holger Fuchs habe ich beim KSC unter meinen Fittichen gehabt, daher weiß ich, was er kann. Er ist ein ruhiger Typ, ein robuster Spieler, der für die Innenverteidiger- oder rechte Außenverteidigerposition vorgesehen ist und damit Marco Wildersinn (Wechsel als Co-Trainer zum KSC II, Anm. d. Red.) ersetzen soll. Marco Heidecker hat in der eigenen Jugend viele Tore geschossen und durfte auch schon in der Oberliga als Joker ran. Seine Stärken spielt er im Zentrum aus. Dort ist er unheimlich torgefährlich.

PZ: Der Langzeitverletzte Thomas Ollhoff war beim Trainingsauftakt mit dabei. Wird man ihn diese Runde im FCN-Dress spielen sehen?
Wittwer: Er macht jetzt mal die Vorbereitung mit und wenn sein Körper nicht rebelliert, dann freuen wir uns natürlich auf sein Comeback.

PZ: Wer hat die besten Chancen auf die Nummer eins im Tor?
Wittwer: Da will ich mich jetzt noch nicht festlegen. Daniel Jilg hat natürlich den Bonus, dass er vergangene Saison Stammkeeper war und Mathias Dörrich beruflich bedingt etwas kürzer treten musste. Das wird wohl auch diese Runde so sein.

PZ: Bestimmen Sie den Spielführer für die neue Runde?
Wittwer: Das überlasse ich der Mannschaft. Ich gehe aber davon aus, dass Viktor Kärcher das Amt weiterführt. Die Spieler sollen sich in den nächsten Tagen entscheiden, damit wir in der Vorbereitung schon Klarheit haben.

PZ: Welche Spielphilosophie wollen Sie Ihren Jungs vermitteln?
Wittwer: Vom Spielsystem werden wir nicht viel verändern. Im Kopf habe ich ein 4-2-3-1, wie man es von den Bayern oder auch von der Nationalmannschaft kennt. Aber wir wollen flexibel sein und auch mal auf zwei Stürmer mit Raute umstellen können.

PZ: Was gilt es aus der vergangenen Saison zu verbessern?
Wittwer: Wir müssen in unseren Heimspielen dominanter auftreten, das Spiel kontrollieren und vor allem auch gewinnen. Hier sind in der abgelaufenen Saison zu viele Punkte verloren gegangen. Das Panoramastadion muss wieder zur Festung werden.

PZ: Wird es reichen für einen Platz im vorderen Tabellendrittel?
Wittwer: Mal sehen. Wir wollen auf jeden Fall besser abschneiden als letztes Jahr (Tabellenplatz 9, Anm. d. Red.).

(Quelle: Dominique Jahn, Pforzheimer Zeitung vom 07.07.2010)